„Fantasy, Science Fiction, Cyberspace“


Ausarbeitung von Markus Stengel

Seminar „Cyberspace“, Universität Tübingen, Wintersemester 2001/2002





















Anschrift: Markus Stengel
Herrenberger Str. 22, A318,
72070 Tübingen

Einleitung


Fantasy, Science Fiction und Cyberspace lassen sich nicht klar voneinander abgrenzen, die Übergänge sind fließend. Das ist bereits daran zu erkennen, daß sich auch in Lexika oftmals nur die Definition für einen der Begriffe findet, der andere wird dann als Subgattung oder Nebenzweig1 definiert – dies ist jedoch je nach Lexikon unterschiedlich – oder fehlt gänzlich2.

Bei Recherchen haben sich die folgenden Definitionen als brauchbar erwiesen.


  1. Definitionen

    1. . Fantasy

also spelled phantasy, imaginative fiction dependent for effect on strangeness of setting (such as other worlds or times) and of characters (such as supernatural or unnatural beings). Examples include William Shakespeare's A Midsummer Night's Dream, Jonathan Swift's Gulliver's Travels, J.R.R. Tolkien's The Lord of the Rings, and T.H. White's The Once and Future King. [3]


    1. . Science Fiction

form of fiction that developed in the 20th century and deals principally with the impact of actual or imagined science upon society or individuals. The term is more generally used to refer to any literary fantasy that includes a scientific factor as an essential orienting component. [3]


    1. . Cyberspace

      1. Cyberspace

Cyberspace. Eine Konsens-Halluzination, tagtäglich erlebt von Milliarden zugriffsberechtigter Nutzer in allen Ländern, von Kindern, denen man mathematische Begriffe erklärt. […]
Eine grafische Wiedergabe von Daten aus den Banken sämtlicher Computer im menschlichen System. Unvorstellbare Komplexität. Lichtzeilen im Nicht-Raum des Verstands, Datencluster und -konstellationen. Wie die zurückweichenden Lichter einer Stadt […] [4]


      1. Cyberpunk

a science-fiction subgenre characterized by countercultural antiheroes trapped in a dehumanized,
high-tech future. The word cyberpunk was coined by writer Bruce Bethke, who wrote a story with that title in 1982. [3]


    1. . Trivialliteratur

Trivialliteratur, meist synonym mit Unterhaltungsliteratur gebrauchter Sammelbegriff für fiktionale Texte, die den ästhetischen, formalen und funktionalen Kriterien der Literaturwissenschaft für so genannte Hochliteratur nicht entsprechen und deren Eigenart in der Reproduktion etablierter Gattungsschemata gesehen wird; die neuere Forschung spricht daher auch von Schemaliteratur.
Ihre Publikationsform tendiert zur Serie, etwa bei Fortsetzungsroman, Comic oder Romanheft. Der Typus des Trivialen ergibt sich aus der Aufnahme populärer Stoffe, etwa von Abenteuer- und Liebesgeschichten, und aus einer klischeeverhafteten, auf direkte Wirkung abzielenden Schreibintention. Kennzeichnend sind dabei eine konventionelle Stilhaltung sowie die genaue Verwendung konstanter Grundmuster. Trivialliteratur umfasst alle Textarten, vor allem Erzähltexte (Illustrierten-, Groschen- bzw. Schundroman), aber auch Lyrik (Gassenhauer, Schlager), anspruchsloses Unterhaltungstheater oder Fernsehproduktionen (Soap opera).
Unkünstlerisches, Naives oder Banales allein rechtfertigen nicht den Trivialitätsverdacht; wesentlich für die Bestimmung von Trivialität kulturindustrieller Produkte ist die Ideologiekonformität (siehe Ideologiekritik). Die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno geprägte Formel „Vergnügtsein heißt Einverstandensein“ lässt sich demgemäß auch auf die affirmative Unterhaltungsliteratur übertragen.
Lange Zeit von der Forschung gänzlich missachtet, wird Trivialliteratur immer stärker zum Gegenstand der Germanistik bzw. Literaturwissenschaft und regte u. a. auch Umberto Eco im Rahmen seiner kulturellen Semiotik zu Untersuchungen an. [5]


Da diese Definitionen aus verschiedenen Quellen stammen, überschneiden auch sie sich an manchen Stellen, wie sich z.B. an „Welt der Tausend Ebenen“3 erkennen läßt: Es geht um den Hauptcharakter Wolf. Er ist der Erschaffer der Welt, die wie ein Turm aus tausenden von Ebenen mit verschiedenen Lebewesen, Kulturen und Umweltbedingungen besteht. Nach einem Unfall hatte er, ein Angehöriger einer Rasse von Lebewesen mit derart hochentwickelter Technik, daß sie bereits mit göttlicher Macht gleichzusetzen ist, sein Gedächtnis verloren und war auf der Erde gestrandet. Jetzt, da er nach mehreren Jahrzehnten Lebens mit menschlicher Ethik in seine Welt zurückkehrt, sieht er viele Dinge mit anderen Augen; er mischt sich in Konflikte zwischen auf seiner Welt lebenden Völkern ein und versucht zu schlichten. Auch versucht er, begangene Grausamkeiten (z.B. Umwandlung von Menschen in hässlich Vögel) wieder gutzumachen. Diesen Teil könnte man als der Science Fiction zuordnen.

Des weiteren gibt es aber Zauberhörner“, die mittels bestimmter Tonfolgen Tore zu anderen Universen öffnen können, Mythen und Riten von Naturvölkern, mittelalterliche Welten mit Rittern und Fabelwesen – großteils von Wolf selbst erschaffen – und der Verweis auf Wesen, die noch mächtiger sind als Wolf und von denen man nicht weiß, wer sie sind oder ob sie noch existieren. Das und die Erzählung der Entdeckungsreise Wolfs, die gleichzeitig als Entwicklungsreise angesehen werden kann, gehören jedoch eindeutig in den Bereich der Fantasy.

Ein Teil des Werkes, der sich in einem riesigen, computer-artigen Planeten abspielt, mutet ein wenig wie Cyberspace an. Deutlicher wird es jedoch an einer Stelle, an der erzählt wird, wie Wolf mit Hilfe von Genmanipulation und Computern seine Denkleistung (s. „Kinder, denen man mathematische Begriffe erklärt“) erhöht und sein Wissen vermehrt hat.

Problematisch ist es dagegen, wenn versucht wird, die „Welt der Tausend Ebenen“ alsl Trivialliteratur anzusehen, der im allgemeinen die obigen Literaturgattungen zugeordnet werden. Von „Ideologiekonformität“ (s. Def.) kann keine Rede sein; an vielen Stellen wird eine völlig andere Moral in der Argumentation verwendet und trägt zumindest teilweise den Sieg davon (z.B. Verhalten der Naturvölker, Erschaffen der „Monster“ aus Romanen zum Spaß am Töten, etc.).



  1. Geschichte und Entwicklung4



    1. . Fantasy


Fantasy nach obiger Definition umfasst mehrere Literaturgattungen, die wie z.B. das „Märchen“ eher unter anderer Bezeichnung oder als eigene Genrebezeichnung geläufig sind. In der Fantasy besteht wie bei SF5 die Besonderheit, daß sie sich zum einen als Genrebezeichnung, zum anderen als Bezeichnung für eine Verkaufskategorie6 etabliert hat.

Je nach Betrachtungsweise lassen sich phantastische Werke der Phantastik oder der Fantasy zuordnen. Die Phantastik ist deutlich allgemeiner gehalten als die Fantasy. Sie beinhaltet die Subgenre Märchen, Sagen und jede andere Form der Literatur, die phantastische Elemente beinhaltet7. Ein dementsprechend großes Gebiet wird unter dem Begriff vereint, tatsächlich gehört auch die Fantasy selbst zur Phantastik. Ein genauer Zeitpunkt läßt sich deswegen als Beginn des Genres nicht ausmachen: Märchen und Mythen über Tiere und Erzählungen von Fabelwesen sind so alt wie die Menschheit. Selbst religiöse Erzählungen wie Tiergötter, ihr Leben, ihre Leben und ihr Wirken ließe sich – mit etwas guten Willen – der Phantastik zuordnen.

Die Fantasy dagegen läßt sich – als eigenes Genre8 betrachtet – recht klar abgrenzen und definieren. Charakteristisch sind die durch Tolkien9 eingeführten Fabelwesen (Elfen, Zwerge, Orcs) und Elemente der Sword&Sorcery wie mittelalterliche Welten, Magier, mystische Prophezeihungen und vieles mehr.

In der Fantasy haben sich zahlreiche Sub-Genre etabliert; Beispiele sind Klassische Fantasy10 (es geht um einen Held oder eine Gruppe von Helden, die sich auf eine Reise voller Gefahren begeben), Heroische Fantasy11 (die Erzählung hat einen Helden zum Mittelpunkt, der eindeutig als solcher zu erkennen ist), High Fantasy12 (zeichnet sich durch zahlreiche Fabelwesen aus, mit denen die Protagonisten in Interaktion treten, meist liegt ein Konflikt der Erzählung zugrunde) oder Dark Fantasy13 (düstere Welten, die eigentlich zu viele Gefahren enthalten, als daß ein „normaler“ Mensch noch in ihr leben kann, oftmals sind die Protagonisten selbst böse oder haben moralisch verwerfliche Eigenschaften).

Die klassische und die heroische Fantasy lassen sich im allgemeinen der Trivialliteratur zuordnen; sie stellen bewusst keine großen Anforderungen an den Leser sondern wollen unterhalten. High Fantasy und Dark Fantasy dagegen beinhalten oftmals Referenzen zu anderen, auch genrefremden Werken14 und wollen zum Nachdenken anregen.

Als eigenständige Literaturgattung feierte Fantasy mit den Werken „The Hobbit“15 und „Lord of the Rings“16 die ersten großen Erfolge [6], gemeinhin werden diese beiden als Standardwerke17 empfohlen. Doch gab es auch vorher schon Fantasy-Werke, die allerdings – zumindest als Bücher – weniger bekannt sind. Beispiele hierfür sind „Conan der Barbar“18 und der „Erdsee-Zyklus“19.

Eine Sonderrolle nimmt „Der Heros in tausend Gestalten“20 ein: Es wird die Grundthese aufgestellt,

„dass alle Mythologien dieser Welt, egal auf welchem Erdteil, egal in welchem Land, egal aus welcher Zeit, immer die gleiche Struktur aufzeigen: Es gibt einen Helden, der zu einem Abenteuer gerufen wird; er begegnet dem Bösen, überwältigt es und kehrt mit einem Preis - meist die Prinzessin - als gefeierter Held in seine Heimat, sein Dorf zurück“.

Der Autor zeigt weitere Muster auf, zeigt an Beispielen wie grundlegend diese Thematik ist und – das ist das Besondere – entwickelt sozusagen unter den Augen des Lesers die Kurzgeschichte „Blue Light“. „Der Heros in tausend Gestalten“ diente vielen modernen Fantasy- und SF-Autoren als Quelle, selbst „Star Wars“ hält sich an die Vorgaben Campbells [7].


    1. . Science Fiction

Auch die Science Fiction läßt sich zeitlich nicht genau einordnen. Legt man die obige Definition zugrunde, wird ein großer Teil der heute als SF angesehenen Literatur ihr nicht zuordnen, z.B. würden die Werke Jules Vernes bereits zeitlich nicht hineinpassen („..20th century...“)21.

Wie die Phantastik enthält auch die SF-Literatur aus viele Subgenre, Beispiele sind Klassische SF (sehr allgemein gehalten, stellt weniger Ansprüche an das Vorwissen des Lesers, hat oftmals Wissensvermittlung zum Ziel, größter Unterschied zur Phantastik ist die technologische Grundlage der Welt(en) und der Schauplatz auf fernen Planeten oder im Weltall), Philosophic SF (religiöse Themen sind Inhalt, Weltall, Technik und ähnliches schaffen nur Rahmenbedingungen) und Hard SF (sehr technikorientiert, alles ist wissenschaftlich fundiert nachvollziehbar).

Die SF läßt sich in folgende drei Kategorien unterteilen [7]:

Wie „Fantasy“ wird „Science Fiction“ nicht nur als Genrebezeichnung, sondern auch als Verkaufskategorie bezeichnet. Das führt dazu, das je nach Verlag phantastische Werke unter „SF“ laufen oder SF-Werke unter „Fantasy“.


    1. . Cyberpunk/Cyberspace


Cyberpunk ist die jüngste der drei Literaturgattungen, dementsprechend klar ist sie (noch) umrissen. Besondere Subgenre haben sich noch nicht entwickelt, ihre Hochzeit waren die 80er Jahre. Noch viel stärker als der Fantasy und der SF wird ihr die Anerkennung, eine eigenständige Literaturgattung zu sein, verwehrt; oft wird sie als Subgenre der SF zugeordnet.

Das wichtigste Werk, das diese Gattung erst begründete, jedoch nicht benannte22, ist „The Cyberspace Trilogy: Neuromancer“23. Die obige Definition stammt aus diesem Werk; sie ist die klarste und wohl auch die einzige, die uneingeschränkt verwendbar ist [8].
Bekannte derzeitige Werke sind die Bücher der „Shadowrun“-Reihe24 und Filme wie „13th Floor“25 und „Das Netz“26.



  1. Merkmale, Inhalte und Zielsetzung

Werke der Fantasy-, der SF- und der Cyberpunk-Literatur werden gemeinhin als Trivialliteratur bezeichnet. Dies führt, insbesondere in Deutschland, dazu, daß sie als nicht-salonfähig angesehen werden, da sich im Deutschen der Begriff „banal“ weitgehend mit dem Begriff „trivial“ deckt. Wie an den vorherigen Ausführungen zu sehen ist kann davon jedoch keinesfalls gesprochen werden27. Die Grenzen zwischen der „Hochliteratur“28 und Trivialliteratur sind fließend und oft Interpretationssache. Beispielsweise klassifiziert Horst Karsek „Das Parfüm“29 als trivial [9], da es jedoch Lehrstoff in der Schule ist teilen offensichtlich nicht alle diese Meinung. Auch sind sämtliche Werke Karl Mays der Trivialliteratur zugeordnet [9] – in Anbetracht deren zeitlosen Erfolges können sie nur schwerlich als „banal“ angesehen werden. Es bleibt also festzustellen, daß „Trivialliteratur“ lediglich als Bezeichnung für eine Bestimmte Gruppe von Literaturgattungen30 und nicht als eine Art „Qualitätssiegel“, oder als fehlendes solches, für den Inhalt angesehen werden kann.





    1. Fantasy [7]


In der Fantasy gibt es klare Abgrenzungen zwischen Sagen, Märchen und den anderen Fantasy-Subgenres.

Letztere haben alle gemeinsam, daß sie keinen Ursprung in realen Begebenheiten, Orten oder Personen haben, womit sie sich deutlich von den Sagen (s. u.) unterscheiden. Stattdessen erschaffen sie diesen Ursprung meist selbst, also eine künstliche Welt mit Entstehungsgeschichten Göttermythologie, und Vergangenheit. Besonders auffällig ist, daß Fantasy-Welten meist mittelalterlich oder mittelalterähnlich sind; nur wenige Werke spielen in der realen Welt. Vermehrt sind jedoch Genrevermischungen zu beobachten, beispielsweise das als neue Genre vermarktete Subgenre Mystery31 oder Mischungen mit SF und Cyberspace-Literatur32.

Fantasy-Werke beschäftigen sich im Allgemeinen mit der Queste eines einsamen Heldens, der Prüfungen bestehen und Abenteuer erleben muß [7]. Widrigkeiten, Probleme, Gegner, unheimliche Erlebnisse und mehr stellen dabei die künstlerisch überhöhte Lebensreise eines jeden von uns dar. Zieht beispielsweise der „Held“ (Protagonist) durch unbekanntes Land, kann dieses als die Reise durch das Leben, das „Altwerden“ und „Reifen“ aufgefasst werden. Oft rennt der Held vor sich selbst davon, vor seiner Vergangenheit (Problemen seiner Kindheit), vor der Verantwortung und vor seinem eigenen „Schatten“ (seinen schlechten Seiten, etc.) [7]. Fantasy versucht, den Leser in die Geschichte einzubeziehen, er soll sich selbst in der Geschichte wiederfinden. Fantasy verwendet eine symbolhafte Sprache mit gleichnisartigem Charakter, die eine richtungsweisende Funktion33 haben.

Fantasy hat einen deutlichen größeren Freiheitsgrad in der Entwicklung der Geschichte: Während andere Literaturgattungen wie Science Fiction und Cyberspace überschaubar sind, können bei Fantasy plötzlich eintretende Ereignisse viel größere Veränderungen herbeiführen und ein einzelner Protagonist einen größeren, teils überzogenen Einfluss auf den Fortgang der Geschichte haben34. Beispielsweise ist bei einem Kampf zwischen Heeren, die Magier auf beiden Seiten haben, der Ausgang keineswegs klar; die reine Mannstärke kann nicht aufgerechnet und das Ergebnis vorhergesagt werden. Der eine Magier kann viel stärker sein als zwölf seiner Gegner, doch plötzlich erschließt sich einem jener eine neue Erkenntnis und alles kommt anders als erwartet. Dagegen wäre in einem vergleichbares Szenario in der Hard SF so etwas nicht denkbar: Die eine Seite hätte x Raumschiffe der Stärke k, die andere y Raumschiffe mit der Stärke j. Der Ausgang läßt sich mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen, von kleineren Veränderungen abgesehen, für die aber die Grundlage vorher schon gelegt sein muß35.

Im Gegensatz zur Fantasy haben Sagen ihren Ursprung in realen Begebenheiten und Orten oder in realen Personen [7], was der deutlichste Unterschied zur Fantasy ist. Allerdings werden Taten, Herkunft und Eigenschaften auf nicht-realistische Weise erklärt36.

Märchen ähneln der Fantasy sehr, z.B. haben sie wie auch die Fantasy keinen Ursprung in realen Begebenheiten. In Märchen geht es weniger um die Geschichte, als um die Lehre37, die für die sie sozusagen das Medium spielt: Märchen entspringen der Beschäftigung ihres Erfinders mit seinem Innenleben – seinen Ängsten, seinen Wünschen und seinen Hoffnungen – oder denen seiner Zuhörer38 [7].



    1. Science Fiction [10]


In der Science Fiction gibt es zwei Hauptströmungen: Betonung auf Technik und Wissenschaft einerseits und die Vorhersage technologischer Entwicklungen und ihrer Auswirkungen andererseits.

Die Betonung der Technik und der Wissenschaft ist – bis auf den Bereich der Hard SF – in neueren Werken nur selten noch als zentrales und eigentliches Thema zu finden. So ging es Jules Vernes39 noch um die „Wissensvermittlung“[7], bei Autoren wie Larry Niven40 spielt jedoch die Technik und Wissenschaft außer als Grundlage für die Realisierbarkeit des Szenarios keine Rolle mehr. Diese Entwicklung läßt sich vor allem durch die höhere Durchschnittsbildung der Bevölkerung erklären: Früher wussten die wenigsten Menschen von Planeten, fremden Galaxien oder der Evolution, heute ist die Lage anders, z.B. ist die Geographie der Erde nicht mehr Thema von SF-Werken. Bei Jules Vernes Werken war bis auf „Die Reise zum Mond“ die Erforschung der noch unbekannten Gebiete der Erde (das Meer, das Erdinnere, usw.) genügend Anreiz für die Phantasie der Leser; inzwischen ist die Erde vollständig kartographisch erfasst, analysiert und vermessen – Überraschungen können kaum mehr auftreten. Offensichtlich wird dies bei der Analyse früherer SF Werke: Bis zum frühen 20. Jahrhundert war die Handlung räumlich und zeitlich nicht von der Erde getrennt [7]. Daraus resultiere auch die Definition nach Heinlein in der Mitte des 20. Jahrhunderts, der SF das Korsett der Technik als Thema nehmen und sie stattdessen als eine Art Visionierungstechnik sehen. SF sollte nicht länger für „Science Fiction“ sondern für „Speculative Fiction“ stehen:

„Speculative Fiction: Geschichten, deren Ziel es ist - durch Projektion, Extrapolation, Parallelen - Versuche mittels schriftlich formulierter Hypothesen, etwas über das Wesen des Universums, der Menschen, der 'Wirklichkeit' zu erforschen, zu entdecken, zu lernen, ... Ich verwende den Begriff »speculative fiction« hier ausdrücklich, um die Form zu beschreiben, die mit Hilfe der traditionellen 'wissenschaftlichen Methode' (Beobachtung, Hypothese, Experiment) einige postulierte Annäherungen an die Wirklichkeit untersucht, indem sie den gewohnten Hintergrund der 'bekannten Tatsachen' mit bestimmten Veränderungen - konstruiert oder frei erfunden - konfrontiert und ein Umfeld schafft, in dem die Reaktionen und Auffassungen der Figuren etwas über die Erfindungen, die Figuren oder beides aussagt.“[10].

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts geht es in der SF eher um die Vorhersage der technologischen Entwicklung, den Fortschritt und Veränderungen in der Gesellschaft. Eine räumliche und zeitliche Bindung an die Erde gibt es nicht mehr, woraus eine viel größere Freiheit für die Schriftsteller in der Wahl ihrer Mittel zur Folge41 hat.

Aufgrund ihres wissenschaftlichen Anspruchs läßt sich die SF, anders als die Fantasy, noch in die Unterkategorien Fachliteratur, Paraliteratur, wissenschaftliche und triviale SF einteilen [11, 12], auch wenn die Übergänge fließend sind.

Der Paraliteratur wird ein geringeres Niveau sowohl in sprachlicher wie auch inhaltlicher Hinsicht nachgesagt. Der Vergleich42 von als Fachliteratur und als Paraliteratur eingestuften Werken erbringt jedoch keine eindeutigen Ergebnisse, wie in [11] nachzulesen ist.

Bei der Unterscheidung zwischen wissenschaftlicher und trivialer SF kommt das Vorwissen des Lesers noch deutlicher zum Tragen: Ein Atomphysiker wird Beschreibungen über Antriebe von Raumschiffe unter Umständen als „vereinfachend“ abtun, während ein anderer nur sehr wenig davon verstehen wird, weil ihm die notwendigen Grundlagen fehlen. So ergab der Vergleich43 in [12] ebenfalls kein eindeutiges Ergebnis.


    1. Cyberpunk/Cyberspace


In der Cyberpunk/Cyberspace-Literatur stehen sogenannte „Anti-Helden“ (s. Def.) im Vordergrund. Geschichten spielen stets vor dem Hintergrund einer technisierten Welt, haben aber anders als die SF und die Fantasy diese jedoch nicht Handlungsort. Stattdessen werden neue „virtuelle Welten“ geschaffen, in denen sich der Protagonist bewegt. Diese künstlichen Welten sind je nach Werk jedoch sehr real und wirken sich auf die Umwelt oder gar das Leben des Protagonisten aus44. Auffällig ist, daß in fast allen Cyberspace-Werken die Handlung in einer fantastischen Welt oder dem Abbild der realen Welt spielt45.

Obwohl Cyberspace und Cyberpunk auch als einzelne Literaturgattungen auftreten könnten, kommen sie nie alleine vor: Jeder Cyberspace-Roman enthält Cyberpunk-Elemente und umgekehrt.

Cyberspace/Cyberpunk-Literatur hat gegenüber der Fantasy und SF zudem die Besonderheit, daß sich sehr viel feministische Literatur mit ihr beschäftigt. Vor allem „Sexualität in der Cyberpunk-Welt“ ist ein häufig verwendetes Thema:

„Dem Cyberpunk wird oft vorgeworfen, die Bürgerrechts- und die Frauenbewegung der sechziger und siebziger Jahre missachtet und in erster Linie eine weiße männliche Welt geschaffen zu haben, diesmal eine Welt junger Rebellen, die die Loner-Figuren in den Krimis der Chandler-Tradition zitieren [Browning, 1997]. Feministische Literaturkritikerinnen nannten es bemerkenswert, dass der Cyberpunk sich durch eine „zügellose“ Heterosexualität auszeichnet, obwohl die Cyberpunk-Welt fast ausschließlich von Männern bevölkert sei. Ihrer Ansicht nach wurde der Cyberspace „feminisiert“, damit die (männlichen) Protagonisten ihre Männlichkeit beweisen und ausleben können. Das Netz sei das elektronische Äquivalent zum Körper einer Frau [Cadora, 1995].[24]
  1. Abgrenzung


Obwohl sich die Genres Fantasy, SF und Cyberspace/Cyberpunk vielfach überschneiden oder in Mischformen auftreten, lassen sich beim direkten Vergleich doch Unterschiede erkennen: Zwar werden häufig gleiche Umgebungen46 verwendet, doch gibt es genretypische Szenarien und Grundmuster, die eine Abgrenzung ermöglichen.

Beim Vergleich der SF mit der Fantasy läßt sich zum Beispiel feststellen, daß in der SF vorwiegend politische Konflikte und technologische Entwicklungen mit ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft thematisiert werden (s. o.). Meist geht es, im Gegensatz zur Fantasy, nicht um einen einzelnen Protagonisten, sondern um mehrere – Präsidenten, Widerstandsführer, Wissenschaftler usw. – die alle grundlegend wichtig für den Fortgang der Geschichte sind. Im Vergleich zur Fantasy wird in geringerem Maße auf ihr Inneres, bzw. ihre Psyche und ihre Seele, eingegangen, wichtiger sind ihre Handlungen und deren Auswirkungen auf die Umwelt und deren Reaktion. In der Fantasy dagegen ist die gesamte Geschichte um den Protagonisten aufgebaut, im Vordergrund stehen die Auswirkungen von Entscheidungen, Ereignissen oder gar Schicksalsschlägen auf ihn selbst.[7]

Schwieriger wird es beim Vergleich der SF mit Cyberspace/Cyberpunk-Literatur, da bei beiden viel Gewicht auf der Technik liegt. Tatsächlich legen den meisten SF- und Cyberspace/Cyberpunk-Romanen eine fast identische Umwelt zugrunde: Die Handlung spielt in der Zukunft, die Technik und Wissenschaft ist sehr weit fortgeschritten. Dies führt auch dazu, daß Cyberspace/Cyberpunk-Literatur meist als Subgenre der SF eingeordnet wird. Doch gibt es einige entscheidende Unterschiede, während z.B. die SF die Entwicklung der Technik und Wissenschaft und deren Wirkung auf die Gesellschaft zur Folge hat, ist diese in der Cyberspace/Cyberpunk-Literatur bereits als selbstverständliche Voraussetzung vorhanden und wird nicht weiter behandelt. Stattdessen wird aus dem Leben von Menschen erzählt, die mit diesen Rahmenbedingungen leben und arbeiten müssen, ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihre ständige Auseinandersetzung mit dem Status Quo werden thematisiert. Vereinfacht ließe sich der Unterschied zwischen den beiden Genres also so darstellen: Das eine hat die Entwicklung der Technik und die Wissenschaft und ihre Auswirkungen auf große Entitäten (Gesellschaften, Volksgruppen, religiöse Gruppen, etc.) zum Thema, das andere die Auswirkungen der Technik zu einem bestimmten Zeitpunkt auf einen Einzelnen oder eine Gruppe von Individuen.

Im letzten Punkt zeigt sich auch eine häufig übersehene Verwandtheit der Fantasy mit der Cyberspace/Cyberpunk-Literatur: Beide rücken das Innenleben und das Handeln einzelner Personen in den Vordergrund. Wie bereits zuvor erwähnt werden auffällig häufig im Cyberspace fantastische Welten47 oder die reale Welt zu einem gegebenen (vergangenen) Zeitpunkt48 erschaffen. Überspitzt ließe sich daraus ableiten, daß Cyberpunk/Cyberspace-Literatur sich nur darin von Fantasy, insbesondere der Dark Fantasy, unterscheidet, daß sie eine massive Durchsetzung der Umwelt mit Technik und Wissenschaft als Ausgangssituation voraussetzt. Anbetracht derer eher geringfügigen Bedeutung für den weiteren Verlauf der Geschichte kann diese jedoch vernachlässigt werden, was zur Folge hat, daß Cyberpunk/Cyberspace-Literatur sich zumindest teilweise eher der Fantasy als der SF zuordnen läßt.



  1. Wahrnehmungsproblem


Anders als in anderen Ländern werden die SF-, die Fantasy- und die Cyberpunk/Cyberspace-Literatur in Deutschland nicht als Literatur angesehen. Nur in Deutschland gibt es den eingangs definierten Begriff der „Trivialliteratur“, und die dementsprechende Unterteilung der Literaturgattungen in nicht-triviales und triviales.

Doch daß das Stigma des „trivialen“ nichts über den Erfolg und die Popularität der Werke bei den Lesern aussagt, läßt sich deutlich an ihren Verkaufszahlen erkennen: Unter [9] ist eine Liste von 38 Werken älteren Datums einsichtig, die zusammen eine Gesamtauflage von über 40 Millionen Exemplaren hatten. Allein „Vom Winde verweht“ hatte eine Auflage von 1,2 Millionen – und wird immer noch gedruckt. Die „Harry Potter“-Reihe verkaufte sich über 100 Millionen Mal [14, 15], Tolkiens „Hobbit“ und „Herr der Ringe“ zusammen über 90 Millionen Mal [15].

Aber auch diese Erfolge ändern nichts daran, daß Trivialliteratur nicht salonfähig ist. Insbesondere die SF hat darunter zu leiden: Sie wird häufig als „halbseidenes Genre“ bezeichnet [10, 12] und ihre Bedeutung und Einfluß bestritten. So gab erst vor kurzem ein Techniksoziologe in der Eröffnungsrede zu einer Veranstaltung zu den Themen der Technokultur bekannt, daß er „überraschend“ entdeckt habe, wie wichtig SF als Inspiration für Visionen amerikanischer Wissenschaftler und Ingenieure ist und er jetzt die „Perzeption“ selbiger nachholen möchte [2]. Anbetracht der Tatsache, daß es in den USA seit mehr als zwei Jahrzehnten eine staatliche Institution gibt, die die alleinige Aufgabe hat, die Ideen und Visionen von SF Autoren auf ihre Realisierbarkeit49 zu prüfen, ist das eine reichlich späte Erkenntnis. Aber auch andere Gründe tragen zur misslichen Lage der SF bei, insbesondere ihre bereits vorher angesprochene Vergangenheit als Verkaufskategorie: Als SF aufkam wurde sie wie eine Marke beworben und ausgeschlachtet. Das hatte zur Folge, daß vieles, was nicht SF war mit „SF“ beworben wurde und der SF so den Weg zur Etablierung als ein eigenständiges Genre dauerhaft verbaute [2, 10].

Darüberhinaus haben die Fantasy, SF und Cyberpunk/Cyberspace-Literatur ironischerweise mit ihrem durchschlagenden Erfolg zu kämpfen: Sie sind so allgegenwärtig geworden, daß sie schon kaum mehr gesondert wahrgenommen werden:

„Die TV- Werbung beispielsweise für Telefontarife wirkt futuristisch, die Kolonisation des Mondes gibt den Hintergrund für eine Jeansreklame ab und die "längste Praline der Welt" landet im Palast eines intergalaktischen Sternenreiches.“ [2]

Fortsetzen läßt sich dies mit den „M&M“-Männchen oder „Robert T. Online“, Phantasiefiguren, die als solche nicht mehr wahrgenommen werden [9, 2]. Auffällig ist auch, daß Fantasy- und SF-Elemente immer mehr in andere Literaturgattungen einfließen, wie z.B. in das bereits angesprochene „Mystery“-Genre, eine Mischung aus Krimi mit Fantasy und SF. Dagegen gehen die Veröffentlichungen der „genrereinen“ Werke immer mehr zurück, in den USA sind es derzeit nur noch 250 SF Neuveröffentlichungen pro Jahr [2]. Am besten ergeht es dabei noch der Fantasy: Da sie sich zu sehr von unserer heutigen Welt unterscheidet und die Entwicklung in eine andere Richtung geht50, steht sie von den drei angesprochenen Genres noch am ehesten heraus und behält ihre Selbstständigkeit.

Die SF dagegen hat die imaginären Grundlagen unserer Technokultur gelegt, vor deren Hintergrund sie regelrecht verschwimmt. So waren z.B. früher die sich selbst öffnenden Türen in „Star Trek“ eine Besonderheit – heute wird das von jedem größeren Kaufhaus erwartet, und in Aufzügen ist es eine Selbstverständlichkeit; die Wirklichkeit wird also zu einem realen Abbild der SF [1, 2].

Schwierig ist zudem der Grad der Technik- und Wissenschaftsbetonung in der SF-Literatur: Da z.B. ein Hard SF-Autor auf den zu seiner Zeit bekannten wissenschaftlichen Grundlagen aufbauen und sich entscheiden muß, wie die Entwicklung wohl weitergehen wird, kann er leicht sehr weit daneben greifen. Deutlich wird es an dieser Frage: „Haben Sie etwa einen atomgetriebenen Rasenmäher im Garten?“ Und selbst wenn er richtig liegt – wie im Fall der Türen in „Star Trek“ – muß er sich damit abfinden, daß im Laufe der Zeit sein Werk einen Großteil seines Charmes und seiner Besonderheit für den Leser verliert.

Zusätzlich zu diesen Problemen hat die SF noch damit zu kämpfen, daß ihre Themen für den Leser immer unangenehmer werden: Früher dominierte noch der Glaube, daß die Zukunft beherrscht würde, daß sich für alle Probleme eine Lösung (technischer Art) finden würde. Heutzutage schreitet die Entwicklung dermaßen rasant fort, daß niemand mehr auf allen Gebieten Schritt halten kann. Das hat Verunsicherung und eine wachsende Technikablehnung zur Folge, eine wachsende Zahl von Konflikten und Katastrophen verhindert eine utopische Glorifizierung der Zukunft [1, 2]. Erschreckend deutlich wird einem an folgendem Beispiel aufgezeigt, wie nah die Wirklichkeit bereits an SF- Untergangsszenarien ist:„Das Brookhaven-Experiment mit seltsamer Materie wird die Erde wohl nicht zerstören“. Dabei geht es um einen aufgerüsteten, bereits gebauten Materie-Beschleuniger, der auch bereits eingesetzt wurde – mit möglichen Folgen, wie sie nur aus Endzeitfilmen bekannt sind.

Schließlich lassen sich noch ganz andere, soziologische Gründe für den schweren Stand der SF anführen: Einschlägige Artikel zu diesem Thema sprechen von einer „Überproduktionskrise“ oder davon, daß die bisher vorwiegend männlichen Leser inzwischen die Lust am Lesen verloren haben. [2]. Selbst einfallslose Buchcover oder Buchtitel werden zur Begründung herangezogen.


  1. Fazit


Obwohl ihnen der Ruf des „trivialen“ und der „Schmuddelgenre“ nachhängt, haben sich Fantasy, SF und Cyberpunk/Cyberspace ihren Platz in der Literatur gesichert und sind nicht mehr aus ihr wegzudenken. Ihr Einfluß ist im Laufe der Zeit immer mehr gewachsen und greift auch auf andere Genres über. Abzuwarten bleibt allerdings, ob sie als eigenständige Literaturgattungen oder nur noch in Mischformen weiterexistieren werden.



  1. Quellen


[01] Heise, Telepolis:
http://www.heise.de/tp/deutsch/html/result.xhtml?url=
/tp/deutsch/inhalt/buch/9504/1.html&words=science%20Fiction

[02] Heise, Telepolis:

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/4595/1.html

                  [03] Enzyklopedia Britannica:

http://www.britannica.com

[04] William Gibson, Neuromancer

[05] Encarta 98

[06] „John Ronald Reuel Tolkien - Eine kurze Biographie“,Thomas R. Koll, 10.04.2000

http://www.tomk32.de/de/writings/tolkien-bio.html

[07] Fantasy und Science Fiction

http://www.beutelsend.de/31editor/sffantasy.htm

[08] Mark/Space: Anachron City: Library

http://www.euro.net/mark-space/Cyberpunk.html

[09] Ralf Bieber, Facharbeit „Trivialliteratur“, Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg2000/1

http://www.mk.shuttle.de/mk/ess/schuelerprojekte/2000-2001/

literaturkurs/trivialliteratur/

[10] Epilog – Die Definition der Science Fiction

http://www.epilog.de/Lexikon/S/Science_Fiction.htm

[11] Facharbeit „Hochliteratur<->Paraliteratur“, Fachoberschule Hof, 26.02.1996

http://privat.schlund.de/t/tengri/facharbeit_online.htm

[12] Facharbeit „wissenschaftliche<->triviale SF“, Tobias Kindler,

Staatl. Gymnasium Vilsbiburg, 31.01.1995

http://www.uni-karlsruhe.de/~upj0/fahaupt.htm

[13] Infoplease.com Ecyclopedia

http://www.infoplease.lycos.com/ce6/ent/A0844066.html

[14] New York Times

http://www.nytimes.com/library/books/022800potter-book.html

[15] the Rep | BOOKS: „The Enduring Themes of 'Lord of the Rings'“

http://www.azcentral.com/rep/arts/articles/1026tolkein.html

[16] Timeline page of Ultimate Science Fiction Web Guide

http://www.magicdragon.com/UltimateSF/timeline.html

[17] The Recommended Fantasy Author List

http://www.sff.net/people/Amy.Sheldon/listcont.htm

[18] The Linköping Science Fiction and Fantasy Archive

http://www2.lysator.liu.se/sf_archive/

[19] Media History Timeline: 1980

http://mediahistory.umn.edu/time/1980s.html

[20] First Published SF & Fantasy

http://www.sfsite.com/~silverag/debut.html

[21] epilog – Die Definition der Fantasy

http://www.epilog.de/Lexikon/F/Fantasy.htm

[22] Zusammenstellung lesenswerter Cyberpunk-Bücher:

http://www.bookbrowser.com/TitleTopic/Cyberpunk.html

[23] Welt des LARP

http://www.weltdeslarp.de/text_wasfantasy.html

[24] „Frauen in der US-amerikanischen Sciencefiction“, Petra Mayerhofer, Oktober 2000

1„Brockhaus – Die Enzyklopädie in 24 Bänden“

2beispielsweise enthält „Das farbige Kinderlexikon“, Auflage 1987, den Begriffe „Märchen“, Science Fiction und Fantasy – oder phantastische Literatur allgemein – jedoch überhaupt nich. Genauso fehlt der Begriff „Cyberpunk“ in der „Brockhaus Enzyklopädie“, im „Duden“, in „Kindlers Neues Literaturlexikon“ und im „Fischer Weltalmanach“

3 „Welt der Tausend Ebenen“, 1965, Philip José Farmer

4es gelten selbstverständlich auch die in der Leseliste des Seminars „Cyberspace“ aufgeführten Titel

5Science Fiction

6meist werden von Verlagen sämtliche Werke mit phantastischen Inhalt unter der Kategorie „Fantasy“ – oder als „Science Fiction“ – geführt, bekanntere Genres wie jedoch die Märchen werden „Kinderbüchern“ zugeordnet

7Shakespeare's „MidsummerNight's Dream“ gehört nach dieser Auffassung also zur Phantastik

8hier tauchen die ersten deutlichen Probleme mit den zu Beginn aufgestellten Definitionen auf: Bei der Definition sollte Fantasy aus dem Englischen eher als „Phantastik“ übersetzt werden, im Deutschen werden jedoch beide Begriffe meist sysnonym verwendet; bei genauerer Betrachtung widerum als unterschiedlich angesehen

9John Ronald Reuel Tolkien, 1892-1973

10„Die Drachenlanze“-Reihe von Margaret Weis und Tracy Hickman, auch Tolkiens „Herr der Ringe“, 1957

11„Raven“, Neudruck 1988, Richard Kirk

12die Bücher der Reihe „Das schwarze Auge“

13„Ravenloft“-Reihe

14„The Phoenix Guards“, Steven Brust, 1991, entnimmt viel Material dem Werk „Die Drei Musketiere“; „Vision of Tarot“, Piers Anthony, 1981, besteht größtenteils aus philosophischen und religiösen Diskussionen eines Mönchs und eines Teufelsanbeters über die Bibel und ihre (Um-)Deutung

15„The Hobbit“, Tolkien, 1937, Verlag Allen&Unwinn

16„Lord of the Rings“, Tolkien, 1957, Verlag Allen&Unwinn

17kaum eine Fantasy-Seite im Internet oder in Artikeln in einschlägigen Zeitschriften verweist nicht auf die beiden Werke Tolkiens, insbesondere auf „Herr der Ringe“

18„Conan der Barbar“, Robert E. Howard, 1906-1936

19„Erdsee-Zyklus“, Ursula Le Guin, geb. 1929

20„The Hero with a Thousand Faces“, 1949, Joseph Campbell, 1904-1988, eher als Fachbuch einzuordnen

21hier zeigt sich wie geeignet diese Definition zwar zur Abgrenzung zur Fantasy , aber auch wie einschränkend verwendbar sie ist

22Cyberspace tauchte zum ersten Mal in „Cyberpunk“, 1982, Bruce Bethke, auf

23„Neuromancer“, 1984, William Gibson

24„Shadowrun“, verschiedene Autoren, inzwischen über 55 Bände

25„13th Floor“, 1999

26„Das Netz“, 1995

27Wirkung von technologischen Entwicklungen auf die Gesellschaft in SF-Romanen, die Darstellung der Initiation in Fantasy-Literatur oder der psychologische Befreeiungskampf des Protagonisten eines Cyberspace-Romans kann schwerlich als „banales“ Thema angesehen werden

28oftmals als Begriff für „anspruchsvolle Literatur“ verwendet

29„Das Parfüm“, Patrick Süskind

30SF, Fantasy, Cyberspace, Unterhaltungsroman, Liebesgeschichte, etc.

31Beispiel: Fernsehserie „Akte X“

32„Shadowrun“-Reihe: Mischung aus SF, Fantasy und Cyberspace

33der Held (also Leser) soll nicht vor seinen Problemen davonlaufen, sondern er soll sie angehen und lösen; Gleichnisse versuchen Standardproblemsituationen einprägsam, und vor allem einfühlsam, darzustellen und zu lösen

34sehr schön eignen sich Magier für solche Charaktere, da sie oft mit nahezu gottgleicher Macht (Erschaffung, Zerstörung, Wissen) ausgestattet sind

35ein Ingenieur auf einem Raumschiff kann nur dann plötzlich doch die bis dato unüberwindbaren Schutzschilde des Gegners überwinden, wenn er die notwendige Ausrüstung, also Waffen, technische Werkzeuge etc., hat

36In der Sage „Roland“ kämpft ein fränkischer Prinz mit einigen wenigen Freunden gegen „Horden von Gegnern“ und stirbt am Schluß einen ehrenvollen Tod. Die durchaus beeindruckende Leistung der Gefallenen wurde jedoch deutlich überzogen in der Sage verewigt: Es waren keine Horden, sondern nur eine klare Übermacht an Gegnern, und die Schlacht war keine solche sondern nur ein kleines Scharmützel.

37besonders wichtig, ohne eine eingebettete Lehre ist eine Geschichte kein Märchen

38Märchen werden eigentlich nicht gelesen (außer vorgelesen), sondern erzählt, darum ist von den “Volksmärchen“ auch nur selten noch der Autor bekannt (Weitergabe von Mund zu Mund). Märchen, die gelesen werden sollen, unterscheiden sich so gut wie nicht mehr von Fantasy, Beispiele hierfür sind die „Kunstmärchen“

39„Reise zum Mond“, „20000 Meilen unter dem Meer“, etc.

40„The Man-Kzin Wars“-Reihe

41es können nun Auswirkungen von Entwicklungen auf ganze Gesellschaften modelliert werden oder fremde Gesellschaftsstrukturen von anderen außerirdischen Völkern als Überspitzung existierender Strömungen in der eigenen Gesellschaft in ihren Auswirkungen analysiert werden

42„Brave New World“ und „Perry Rhodan“

43„Das Ende der Ewigkeit“ und „Perry Rhodan“

44in vielen Werken hat z.B. ein Tod in der virtuellen Welt den in der reellen zur Folge, Beispiele hierfür sind die „Shadowrun“-Reihe und – in begrenztem Maße – das Holodeck bei abgeschalteter „Sterbesicherung“ in der Fermsehserie „Star Trek“

45z.B. in der „Shadowrun“-Reihe oder dem Film „13th Floor“

46phantastische Welt oder SF-artige Umwelt in einem Cyberspace-Roman, Magie in einem SF-Roman usw.

47die sogenannte „Persona-Matrix“ der „Decker“ in der Reihe „Shadowrun“ ist stets eine fantastische oder altertümliche

4830er Jahre in „13th Floor“

49Vor etwa einem Jahr gab es eine Kurzreportage auf einem deutschen Sender (genaueres konnte leider nicht mehr rückwirkend herausgefunden werden), in dem die Reise zum Mars analysiert wurde. Dabei wurde der Einsatz eines Antimaterie-Antriebs als der „effizienteste“ und „wahrscheinlichste“ dargestellt und direkt auf seine bereits seit mehreren Jahrzehnten bestehende Verwendung in der Serie „Star Trek“ verwiesen.

50das Mittelalter liegt hinter uns und an Magier oder Fabelwesen glaubt so gut wie keiner mehr

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