Eberhard-Karls-Universität Tübingen 24.11.2004
Seminar für Japanologie
Proseminar Kulturwissenschaft
Dozent: Prof. Dr. Klaus Antoni
Referent: Markus Stengel
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767 |
Geburt Saichōs, auch Dengō Daishi genannt |
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785 |
Rückzug von Saichō auf den Berg Hiei in eine Hütte |
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790 |
Entdeckung der Tientai-Schriften |
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804 |
Reise nach China, Akkreditierung durch chinesischen Tientai-Meister, Studium einiger Rituale des esoterischen Buddhismus |
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806 |
Rückkehr nach Japan, Gründung der Tendai-Sekte auf dem Berg Hiei nach offizieller Anerkennung durch Kaiser Kammu, Mandat für esoterischen Buddhismus |
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816 |
Bruch mit Kūkai (774-835), fortwährende Rivalität zwischen Shingon und Tendai |
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818 |
Bitte an den Hof um Genehmigung eines separaten Ordinationssystems |
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822 |
Tod Saichōs |
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im Juni 822 |
Genehmigung des separaten Ordinationssystems für Tendai, damit also institutionelle Unabhängigkeit von Nara, Umbenennung des Tendai-Zentrums zum Enryakuji |
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im 9. Jh. |
Entstehung der Hongaku-Philosophie, starker Einfluss auf die aus Tendai entstehenden Sekten |
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10.-11. Jh. |
Tendai auf dem Höhepunkt seines Einflusses und seiner Verbreitung, starke Unterstützung durch die Aristokratie und den Kaiser |
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ab 11. Jh. |
Enryakuji wird mehr und mehr zu einem Zentrum von politischem Einfluss und Macht, Kriegermönche verteidigen die Interessen des Tempels auch mit Waffengewalt |
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1571 |
fast vollständige Zerstörung des 3000 Gebäude umfassenden Tempelkomplexes auf dem Berg Hiei durch Oda Nobunaga, von diesem Schlag erholte sich der Tendai-Buddhismus nie wieder |
Lotus Sutra als verbindendes Gerüst für die unterschiedlichen Lehren Buddhas, wie sie in den Hinayana- und Mahayana-Schriften gefunden werden
3 Stufen der Existenz: „Leere“, „Zwischenzustand“, „Mitte“
alle Dinge, die existieren, basieren auf gegenseitigen Beziehungen bzw. Bedingungen
basiert auf der grundlegenden Mahayana-Lehre der Leere: Alle Dinge sind unbeständig und ohne eigene Existenz in sich selbst, also ...
Sagen, dass kein Ding eine eigene Existenz hat, soll bedeuten, dass nichts eine Existenz in sich selbst hat
Das heißt nicht, dass überhaupt nichts existiert, sondern eher, dass der Zustand der ultimativen Wirklichkeit jenseits aller begrifflichen Konzepte wie Existenz oder Nicht-Existenz liegt
Was auch immer der Zustand der ultimativen Wirklichkeit sein mag, er ist niemals abstrakt, sondern ist identisch mit der unbeständigen, sich darstellenden („phänomenalen“) Welt
Daher die Aussagen: „Alles ist wirklich“, „jedes Ding ist identisch mit allen Dingen“, „jemandes unwissender, nicht erleuchteter Zustand ist identisch mit dem Zustand des Buddhaseins“
Gleichstellung der Bedeutung der obigen Lehre mit der Übung der Meditation, um die obigen Lehrsätze zu verstehen und umzusetzen → Festlegung verschiedener Übungen, die fast alle Meditation in Bezug auf einen spezifischen Buddha oder Bodhisattva, wie z.B. Amida oder Kannon, beinhalten
Beasley, William G.: The Japanese Experience. A Short History of Japan. 3. Auflage. Berkley; Los Angeles: University of California Press, 2000.
Nakamura, Hajime: Buddhism. Kodansha encyclopedia of Japan Bd. 1. Tokio, Japan: Kodansha Ltd., 1983. S. 176-180
Petzold, Bruno; Hammitzsch, Horst (Hrsg.): Studien zur Japanologie. Die Quintessenz der T'ien-T'ai-(Tendai)-Lehre. Darmstadt, Deutschland: Hessische Druckerei GmbH, 1982.
Shirakawa, Zenryū: Tendai. Kodansha encyclopedia of Japan Bd. 8. Tokio, Japan: Kodansha Ltd., 1983. S. 4-5